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	<title>Kommentare zu: ArbeiterKind.de</title>
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	<description>Abitur und Studieren auf dem Zweiten Bildungsweg</description>
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		<title>Von: Desmond Faassen</title>
		<link>http://www.sieseco.de/2010/03/09/arbeiterkind-de/comment-page-1/#comment-458</link>
		<dc:creator>Desmond Faassen</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 12:49:02 +0000</pubDate>
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		<description>Ich finde diese initiative super!

Und ich kann den Artikel nur bestätigen.
Da ich aus einer nicht-akademischen Familie komme, habe ich auch erfahren, dass es einen familiären Unterschied betreffend den Bildungs- und Informationshintergrund gibt.
Dies ist mir besonders aufgefallen, wenn ich z.B. bei meinen engsten freunden zu Besuch war, die fast alle aus einer akademischen oder gutbürgerlichen Familie stammten.

Als Arbeiterkind fühlt man sich durchaus benachteiligt. Man erkennt als Kind irgendwann den soziokulturellen Unterschied. Dieser äussert sich in Dingen, wie z.B. sagen wir mal den &quot;Bücherhintergrund&quot;. 
In besser gestellten Familien steht dem Kind direkt zu Hause meist eine viel bessere Bücherauswahl zur verfügung als in einer Arbeiterfamilie (gleiches gilt für Nachhilfe z.B., die oft nicht bezahlbar ist).

Das nächste wäre z.B. die Auswahlmöglichkeiten an Hobbys.
Hier kann eine Arbeiterfamilie mit z.B. fünf Kindern bei weitem nicht die Vielfalt und Qualität an interessanten Entwicklungsmöglichkeiten bieten, wie die besser situierte Familie.
Wird eine hohe musikalische Begabung bei einem Arbeiterkind erkannt, dann stellt sich zunächst die Frage, wie die Musikschule finanziert werden kann, wenn die Familie gleichzeitig Probleme hat, die elementarsten Bedürfnisse zu befriedigen.

Weiter geht es mit z.B. der Instrumentenauswahl.
Ist das Kimd von klein auf von einem Tasteninstrument fasziniert, so muss es doch eine Wahl treffen, die sich an finanziellen Gesichtspunkten orientiert und nicht an denen der Begabung.

Das Informationsdefizit im Hintergrund ist grundsätzlich begrenzt durch den Bildungs- und Finanzhintegrund der Familie. 
Dazu gehört natürlich auch das oft vorzufindende Fehlen einer humanistischen Grundbildung etc., wie ich es mal nennen möchte.

Ebenso gibt es oft Defizite betreffend methodischen Vorgehensweisen im Alltag und Schule. 
Genauso, die Selbsorganisation des Kindes und das Lernen, Dinge besser zu strukturieren und Muster im Alltag leichter zu erkennen. 
Dies sind nur ein paar Dinge, die mir gleich als erstes in den Sinn kommen.

Kinder und Jugendliche lernen eben unbewusst und fliessend von ihren nächsten Bezugspersonen. Sie verinnerlichen ständig und die fehlenden Inhalte machen sich mit zunehmendem Alter mehr bemerkbar.

Hat das Kind im finanzschwachen Milieu Glück, dann finden sich Menschen, die von Aussen versuchen, fördernd einzugreifen. Oder auch die Eltern selbst erkennen die Bedeutung der Förderung von Talenten und unternehmen grosse Anstrengungen, um die Finanzierung zu bewerkstelligen.
 
Ob hier dann nicht unter anderem die Psychohygiene im weiteren Verlauf auf der Strecke bleibt, ist auch wieder eine ganz andere Frage.
Manche Kinder entwickeln ein Gespür für die finanziellen Grenzen ihrer Eltern und verzichten schon im Vorhinein auf Wünsche und Ziele, die ihre Eltern nur in Bedrängnis bringen würden.

Diese verinnerlichte Selbstegrenzung bleibt später vielleicht unbewusst erhalten.

Meine Einschätzung.
Gruss, Desmond.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde diese initiative super!</p>
<p>Und ich kann den Artikel nur bestätigen.<br />
Da ich aus einer nicht-akademischen Familie komme, habe ich auch erfahren, dass es einen familiären Unterschied betreffend den Bildungs- und Informationshintergrund gibt.<br />
Dies ist mir besonders aufgefallen, wenn ich z.B. bei meinen engsten freunden zu Besuch war, die fast alle aus einer akademischen oder gutbürgerlichen Familie stammten.</p>
<p>Als Arbeiterkind fühlt man sich durchaus benachteiligt. Man erkennt als Kind irgendwann den soziokulturellen Unterschied. Dieser äussert sich in Dingen, wie z.B. sagen wir mal den &#8220;Bücherhintergrund&#8221;.<br />
In besser gestellten Familien steht dem Kind direkt zu Hause meist eine viel bessere Bücherauswahl zur verfügung als in einer Arbeiterfamilie (gleiches gilt für Nachhilfe z.B., die oft nicht bezahlbar ist).</p>
<p>Das nächste wäre z.B. die Auswahlmöglichkeiten an Hobbys.<br />
Hier kann eine Arbeiterfamilie mit z.B. fünf Kindern bei weitem nicht die Vielfalt und Qualität an interessanten Entwicklungsmöglichkeiten bieten, wie die besser situierte Familie.<br />
Wird eine hohe musikalische Begabung bei einem Arbeiterkind erkannt, dann stellt sich zunächst die Frage, wie die Musikschule finanziert werden kann, wenn die Familie gleichzeitig Probleme hat, die elementarsten Bedürfnisse zu befriedigen.</p>
<p>Weiter geht es mit z.B. der Instrumentenauswahl.<br />
Ist das Kimd von klein auf von einem Tasteninstrument fasziniert, so muss es doch eine Wahl treffen, die sich an finanziellen Gesichtspunkten orientiert und nicht an denen der Begabung.</p>
<p>Das Informationsdefizit im Hintergrund ist grundsätzlich begrenzt durch den Bildungs- und Finanzhintegrund der Familie.<br />
Dazu gehört natürlich auch das oft vorzufindende Fehlen einer humanistischen Grundbildung etc., wie ich es mal nennen möchte.</p>
<p>Ebenso gibt es oft Defizite betreffend methodischen Vorgehensweisen im Alltag und Schule.<br />
Genauso, die Selbsorganisation des Kindes und das Lernen, Dinge besser zu strukturieren und Muster im Alltag leichter zu erkennen.<br />
Dies sind nur ein paar Dinge, die mir gleich als erstes in den Sinn kommen.</p>
<p>Kinder und Jugendliche lernen eben unbewusst und fliessend von ihren nächsten Bezugspersonen. Sie verinnerlichen ständig und die fehlenden Inhalte machen sich mit zunehmendem Alter mehr bemerkbar.</p>
<p>Hat das Kind im finanzschwachen Milieu Glück, dann finden sich Menschen, die von Aussen versuchen, fördernd einzugreifen. Oder auch die Eltern selbst erkennen die Bedeutung der Förderung von Talenten und unternehmen grosse Anstrengungen, um die Finanzierung zu bewerkstelligen.</p>
<p>Ob hier dann nicht unter anderem die Psychohygiene im weiteren Verlauf auf der Strecke bleibt, ist auch wieder eine ganz andere Frage.<br />
Manche Kinder entwickeln ein Gespür für die finanziellen Grenzen ihrer Eltern und verzichten schon im Vorhinein auf Wünsche und Ziele, die ihre Eltern nur in Bedrängnis bringen würden.</p>
<p>Diese verinnerlichte Selbstegrenzung bleibt später vielleicht unbewusst erhalten.</p>
<p>Meine Einschätzung.<br />
Gruss, Desmond.</p>
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