Ja – mach nur einen Plan und sei ein großes Licht
und dann mach noch nen zweiten Plan
gehn tun sie beide nicht!
(Berthold Brecht)
Irgendwo hat er nicht unrecht, der Herr Brecht
– trotzdem bin ich überzeugt, dass Planung sinnvoll und hilfreich ist; sogar dann, wenn die Umsetzung dann ganz anders aussieht, als der (erste oder zweite
) Plan
Mein Plan aus KW40 war zu strukturiert und zu eng. Ich mag mich nicht stundenweise eine ganze Woche im Voraus verplanen und festlegen lassen, nicht einmal von mir selber – das habe ich nun schon öfter festgestellt
. Aber so als Start in neue Planungen, wenn es grade mal hängt, ist es dennoch sinnvoll (siehe oben
).
Was ich für mich immer öfter feststelle ist, dass vor allem das Planen eines fixen Zeitrahmens (also x Stunden/Montag; davon y Std. für Projekt A, z für Projekt B; x Std. Di …) nichts für mich ist. Es funktioniert wesentlich besser, wenn ich nur das Pensum, nicht aber eine bestimmte Stundenzahl plane. Meist werde ich dann in viel weniger Stunden fertig, als ich dafür angesetzen würde, wenn ich mit einer "normalen 40 Std. Woche plane. Da es so auch mehr Spaß macht, schaffe ich wesentlich mehr, da ich die anderen Stunden ja nicht zwangsläufig pausieren muss, sondern vorarbeiten, vertiefen, alternieren kann. In solchen ungeplanten "Frei-Zeiten" kommen mir dann meist die kreativsten Einfälle und die besten Ideen zu Hausarbeiten, Semesterplanung und allen anderen Projekten.
In den letzten Wochen habe ich parallel zu den "normalen Projekten" einen Schnelllesekurs gemacht und – davon auf den Geschmack gekommen – gleich noch einen zweiwöchigen "Selbstlernkurs" dazu (siehe Bericht). Auch wenn ich zunächst befürchtet habe, dass das Zeitfresser werden, die zu Lasten der anderen Projekte gehen, war das nicht Fall. Ich bin wieder motivierter und durch das Probieren neuer (bzw. vernachlässigter oder mal zu früh verworfener) Techniken macht sogar der öde Routinekrempel teilweise sogar Spaß – das hat was
.
Verbunden mit diesen Techniken habe ich angefangen ein bisschen mit Mnemotechniken "zu spielen" und keine Listen oder linearen Planungen mehr zu machen, sondern nur zu "zu mappen"
(Mindmap). Diese Technik hatte ich schon das eine oder andere Mal versucht, aber immer zu schnell verworfern, weil es mir irgendwie zu verspielt, zu unwisschenschaftlich erschien. Ich habe dann schnell abgehakt, dass "der ganze visuelle Kram" nix für mich sei – jetzt seh ich es als Herausforderung, das auch zu können und damit einfach noch mehr zu vertiefen und flexibler zu sein.
Auch Planungen, von ganz groß (die nächsten Jahre, große Projekte), bis mittelfristig (M.A.; Diss.) und ganz runtergebrochen auf Tagespläne und Pläne für SB, einzelne KEs, einzelne Themen funktioneren damit super. In den letzten zwei Wochen habe ich damit ganz neue Ideen und Ansätze in meine Projekte gebracht und die schon vorhandenen wesentlich übersichtlicher im Blick. In Modul M3, das wochenweise mit Aufgaben und Kapiteln vorgegeben (fast hätte ich geschrieben "vorgekaut"
… wird) ist, bin ich damit erstmals im Plan und kann der (großen) Versuchung, alles auf den allerletzten Drücker (sprich den Tag (oder die Nacht…) vor Abgabe der jeweiligen Aufgaben) zu verschieben, wiederstehen! Ich erstelle Sonntag Abends ein MM mit den zu erledigenden Einheiten (bis ins Detail: Kapitel xy lesen: erst Photoreading, dann Speadreading, dann Survey, dann MMs…) und verzichte darauf, mir die Tage vorzuschreiben. Führt dazu, dass ich meist Mo bis Do oder Fr. eher spannende Sachen, wie M6, Forschung, WHK-Arbeit etc. mache und dann am Samstag in einem Rutsch "aufdiktierte" Pflicht erledige. Ist zwar auch ein "auf den letzten Drücker", aber es beschränkt sich auf die Woche und bleibt so im Rahmen.
Was ich wirklich lustig finde, ist die Tatsache, wiesehr mich diese vorgegebene Struktur stört. Ich finde M3 durchaus spannend, habe inzwischen auch Ideen wie ich auch dieses Thema ziielführend mit meiner Master-Thesis/Diss verbinden und dafür nutzen kann und bin insoweit durchaus motiviert. Trotzdem, sobald ich dann in Moodle lese: "Lesen Sie diese Woche … tun Sie nächste Woche …) …. dann fühl ich mich gegängellt und hab schon überhaupt keine Lust mehr drauf – bzw. enorme und dri(ä)ngende Lust auf alles andere …
Soweit für heute – diese Woche bin ich etwas durchgehangen, weil mir irgendwie "grippig" war und ich nicht in die Gänge kam. ABER ich hatte ein Wochen-MM, habe daraus jeden Abend Tages-MM gemacht, was nicht ging gelassen und auf den nächsten Tag übertragen und bin heute mit den Inhalten der Woche trotzdem ziemlich durch. Sogar die "Pflicht", mir (vorgeschriebene … bäh!) Podcasts anzuhören habe ich (heute
) erledigt. Und indem ich beim Zuhören gleich "mit-gemapped" habe, habe ich schon Vorarbeit für die "Aufgabe" der nächsten beiden Wochen geleistet, die mit einer "Einsende-Aufgabe" (Pflicht, Termin, Leistungspunkte …) in 14 Tagen endet. Sollte aber damit übernächste Woche in ein bis zwei Tagen locker zu erledigen sein.
Nächste Woche bin ich in Hagen, zwei Tage arbeiten und am WE ein AStA Seminar betreuen. Aber ich versuche, trotzdem im Wochen-MM alle Bereiche mit abzudecken und trotzdem unterzubringen. Bin gespannt und werde berichten
.