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Update 27.12.09 Besser spät als nie – wie alles begann

Wie alles begann
Etliche Klicks auf diese – bisher leere :-) – Seite, zeigen mir, dass Ihr neugierig seid, wer hier in den letzten Tagen so einen Wind schlägt ;-)

Deshalb dachte ich, ich fange einfach mal an und werde meine Geschichte hier dann immer mal ergänzen – bis ich irgendwann die Aktualität eingeholt habe :-)

 

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Teil: Erste Schulkarriere
2. Teil: Ausbildung und Berufstätigkeit
3. Teil: Selbständig

1. Teil: Erste Schulkarriere

Meine »erste Lernkarriere« startete zwar vielversprechend, aber wie das so oft ist, wenn am Anfang viel versprochen wird: Erstmal wurde nicht viel daraus …

Ich gehörte zu den komischen Kindern, die gerne zur Schule gegangen sind. Ich fand es immer toll viele verschiedene Sachen zu lernen und vor allem lesen zu können – in Bücher konnte ich mich immer schon vergraben, das geht mir heute noch so.

Trotz einem 1er Zeugnis nach der Grundschule kam ich erstmal auf die Realschule – da gingen “alle” hin und “es muss ja nicht jeder eine Studierter sein” (jedE schon gleich gar nicht…)

Nach der sechsten Klasse bin ich dann alleine zum Rektor des benachbarten Gymnasiums gegangen und habe mich dort angemeldet. Die Unterschrift habe ich nachgereicht – ich konnte schon immer sehr penetrant sein, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt hatte.

Auch dort ging es sehr gut los. Ich fand den Anschluss in den Fächern, die ich auf der Realschule nicht hatte schnell und ich fühlte mich gefordert und wohl. Am besten verstand ich mich mit den Lehrern, Mitschüler fanden mich wohl oft seltsam (was vermutlich nicht nur an den roten Haaren lag – aber auch ;-) ).

Das ganze änderte sich, als die 11te Klasse dem Ende zuging. Auf einmal sollte Schluss sein mit dem interessanten gemischten Lernen von immer neuen Dingen. Man sollte sich festlegen (das mochte ich damals schon nicht, auch wenn es da wohl eher unbewußt war). Leistungskurse wählen (das wäre ja noch gegangen) und Fächer abwählen (geht gar nicht) – das hat mich irgendwie überfordert. Sicher war auch eine Portion Teenie-Aufmüpfigkeit dabei: Mal ausprobieren was die sagen, wenn ich nach dem ganzen Tamtam und “ich will aufs Gymnasium” jetzt lieber Friseuse oder Malermeister werden will …. Leider sagten sie nichts und ich setze wieder »meinen Willen« durch.

Und das war es dann für lange lange Zeit erstmal mit Bildung. Es folgten ein bisschen Ausland, ein bisschen Handelschule, eine Lehre…. – aber davon erzähl ich beim nächsten Mal!

2. Teil: Ausbildung und Berufstätigkeit

Tja, nachdem mich nun niemand am Hinschmeißen gehindert hatte, saß ich also da und konnte recht wenig mit mir anfangen. Nur was ich nicht wollte, das wußte ich so eingermaßen: Nämlich doch nicht Friseuse oder Handwerkerin werden.

Das Jahr nach dem “Schulaustritt” war ziemlich chaotisch. Ich machte erstmal länger Urlaub :-) – entdeckte dabei eine Leidenschaft für Bulgarien und die bulgarische Sprache und bildete mir eine Zeitlang ein, dass ich da unbedingt mal leben will … da ich aber nicht so einfach auswandern konnte, suchte ich mir nach dem Urlaub einen Job.

Ich fand eine neue Leidenschaft als “rasende Reporterin” bei einem kleinen lokalen Blatt – das machte Spaß :-) . Ich fuhr in einem orangen Fiat 500 über die Dörfer, besuchte von Geschäftseröffnungen bis zu Dorffesten alles und schrieb darüber. Und verkaufte nebenbei noch ausgesprochen erfolgreich Werbeanzeigen.

Leider verabschiedete sich aber der Inhaber der Zeitung nach etwa einem Jahr nach Frankreich und ich stand wieder vor der Frage »was nun«. Auf Drängen von Zuhause begann ich mich um »was Ordentliches« ´zu bemühen. Wobei bemühen es nicht so ganz treffend beschreibt ;-) – ich schrieb halt Bewerbungen. Mit soviel Motivation, dass sie glücklicherweise nichts wurden – sonst wäre ich vielleicht heute noch Speditionskauffrau irgendwo im Schwarzwald (nicht dass da grundsätzlich was dagegen spricht – aber mich schauderts halt dabei :-) ).

Um dem Ganzen noch eine Weile aus dem Weg zu gehen, meldete ich mich wieder bei einer Schule an: Ein zweijähriges kaufmännisches Berufskolleg. Und den diffusen Plan im Hinterkopf: Danach in München Touristik studieren (und dann nach Bulgarien auswandern :-) ).

Die Schule machte Spaß, erstmals Kontakt mit EDV, kaufmännischem Englisch, Mathe mal anders… die guten Noten fielen mir in den Schoß und außer Buchhaltung fand ich alles interessant.

In den Ferien machte ich dann einen Ausflug nach München und besuchte dort mal die Fachhochschule, die ich für mein Touristikstudium auserkoren hatte. Und die Überraschung war groß: Die wollten mich nicht :-( . Bzw. die Bayern wollten nur bayrische Abschlüsse, mein Zeugnis aus BadenWürtemberg wäre nicht anerkannt worden.

Flexibilität ist alles :-) – ich blieb einfach zwei Wochem länger und versuchte mir eine Lehrstelle in einem Reisebüro zu suchen. Leider hatten die aber auch nicht auf mich gewartet und die Lehrstellenfür September waren im August erstaunlicher Weise schon besetzt.

Nun hatte ich mir aber München in den Kopf gesetzt – also musste ein Job her. Ich fand eine Praktikantenstelle und hatte dann das Glück, dass das Reisebüro kurz darauf jemanden einstellte, der ausbilden durfte und mein Praktikum rückwirkend in eine Lehre umgewandelt wurde. Perfekt. Zunächst.

München war spannend, Arbeit auch, zumal ich alleine mit zwei leicht schusseligen Herren das Büro schmiss und sehr schnell viel Verantwortung tragen durfte (musste). Berufsschule lief so nebenher und zum ersten Mal hatte ich keine so berühmten Noten – weil alles andere einfach viel spannender und interessanter war als der Verlauf des Rheins und kaufmännisches Kalkulieren.

Die Prüfung bei der IHK bestand ich mit mittelprächtigem Abschluss. Für wenig Geld den ganzen Laden zu schmeißen hing mir inzwischen leicht zum Hals raus und ich suchte und fand eine neue Stelle: Bei der indonesischen Fluggesellschaft im Stadtbüro. Ich besuchte Seminare in Jakarta und hatte tolle Urlaube. Der Job selber am Counter aber war öde und füllte mich nicht aus – außerdem war das Betriebsklima miserabel.

Es war Zeit für neue Pläne. Ich bewarb mich bei einer Versicherung im Innendienst. Branchenfremd wurden mir wenig Karriereaussichten zugetraut, aber Widerstände haben mich schon immer gereizt und ich schaffte es über ein Assessmentcenter immerhin bis zur Gruppenleiterin. Aber dann wurde es auch sehr schnell langweilig und ich wußte eigentlich wieder nur, dass es das nicht auf Dauer sein kann.

Es war Zeit für ein neues Abenteuer: Selbständigkeit. Dazu dann mehr in Teil 3.

3. Teil: Selbständig:

In der ersten Zeit nach meiner Beförderung zur Gruppenleiterin hatte die Arbeit wieder mehr Spaß gemacht. Es gab neue Herausforderungen und viele Skeptiker, denen ich beweisen konnte, dass ich nicht nur im Assessment-Center überzeugt habe, sondern dem Job auch gewachsen war.

Naja, tatsächlich aber machte ich nicht viel, was ich nicht vorher auch schon gut getan hätte und der Reiz des »Neuen« wich ziemlich schnell der Routine.
Vor allem die nicht zu ändernde starre Struktur störte mich immer mehr. Feste Arbeitszeiten, egal ob viel zu tun war oder wenig. Obwohl der wechselnde Rhythmus durchaus vorhersagbar war, mußte Zeit abgesessen werden wenn wenig zu tun war und zu Hoch-Zeiten die dreifache Menge, möglichst ohne Überstunden, bewältigt werden.

In dieser Zeit hatte ich das große Glück, mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung und Selbstbewußtseinstraining in Berührung zu kommen. Ein Freund, der mir auch bei der Bewerbung um die Gruppenleiterposition und der Vorbereitung für das Assessement-Center schon sehr erfolgreich geholfen hatte, gab mir Gelegenheit an entsprechenden Kursen teilzunehmen.
Ohne dieses »Training« wäre ich heute nicht, wo und was ich (glücklicherweise) jetzt bin. Ich hätte mir weder das Abitur zugetraut, noch – denn soweit sind wir ja noch nicht in meiner Geschichte – den Sprung in die Selbständigkeit.

Zur gleichen Zeit begann der Versicherungskonzern sich zu zentralisieren und es war abzusehen, dass in einigen Monaten entweder die Eingliederung in einen anderen Konzern oder ein Umzug anstehen würde – zu beidem hatte ich wenig Motivation. Damit war entschieden, was ich vorher nur als vage Idee ausgebrütet hatte: Ich wollte von zuhause aus arbeiten und mein eigener Chef sein.

Dies gelang auch ganz gut und aus verschiedenen Ideen und Ansätzen wurde schließlich die SieSeCo Ltd. Sekretariats- und IT-Service.
Ich bekam über Empfehlungen relativ schnell einen kleinen Kundenstamm im Bereich Sekretariatsservice. Nebenbei arbeitete ich mich autodidaktisch in PC Programme, Hardware und Vernetzung ein, ein Bereich der bei vielen Kunden »nebenher«, also ohne dafür angestellte Mitarbeiter lief, vernetzte mich mit IT-Freelancern und gab auch firmenspezifische Office-Schulungen.
Die so gewonnene neue Freiheit hätte ich nicht mehr aufgeben mögen.

Von diesem Aspekt abgesehen hatte sich aber am Anspruch meiner Tätigkeit relativ wenig geändert. Büroarbeit ist Büroarbeit und macht mir ehrlich gesagt wenig Spaß. Die IT-Geschichte war interessant, aber auch hier stieß man wieder schnell an Grenzen. Überall gab es „Quasi-Zuständige“ die sich auf den Schlips getreten fühlen. Und statt Chefs waren es nun halt Kunden, die sich einen glatten Ablauf wünschten, möglichst ohne etwas ändern zu müssen, was bisher ja auch irgendwie funktionierte.

Und wieder war ich an einem Punkt, an dem der Gedanke »das will ich nicht noch jahrzehntelang machen« immer öfter aufkam. Und gleichzeitig die Erkenntnis immer offensichtlicher wurde, dass wohl kein Job, der mir mit meiner bisherigen Bildungsbiografie offen stand, meine eigenen Ansprüche würde befriedigen können. Ich wollte etwas Kreatives tun, Dinge ändern, etwas bewirken und meine Grenzen selber setzen.

Außerdem störte mich immer mehr die Tatsache, dass ich bei vielen Dingen nicht richtig mitreden konnte, mein Wissen zu sehr an der Oberfläche von praktischer Erfahrung aus Learning by Doing und rein spezifischen Berufskenntnissen blieb. Ich hatte mehr und mehr das Gefühl ein »Fachidiot« zu werden, ohne Blick über den Tellerrand und ohne theoretisches Hintergrundwissen. Ich konnte das zwar sehr gut vertuschen, aber glücklicherweise nicht vor mir selbst.

So fing ich an, nach Kursen zu recherchieren, die Allgemeinbildung vermitteln. Fast hätte ich dafür viel Geld ausgegeben :-) aber zum Glück redete ich (ausnahmsweise vorher …) darüber und es wurde mir rechtzeitig die Frage gestellt: »Wieso machst Du denn dann nicht lieber Abitur?«.

Peng – da war sie endlich, die neue Herausforderung.

Trotz einiger Zweifel, ob es überhaupt machbar sei, an »so altes« Schulwissen wieder anzuknüpfen, fielen mir keine Argumente ein, die dafür gesprochen hätten es nicht wenigstens zu versuchen.

Ich forderte Unterlagen bei einem Ferninstitut an, buchte eine Probezeit und wusste schon nach den ersten Heften: »Das ist es – ich möchte am liebsten nur noch lernen, lernen, lernen« Ich hatte Blut geleckt und je mehr ich lernte, desto weniger hatte ich Lust auf meinen »Job« und Sehnsucht danach, mehr aus dem Lernen und Wissen zu machen.

Was dieses Mehr dann war/wurde/ ist … dazu mehr in Teil 4

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