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Motivation pur: Wiederholung der Erfolgs-Biografien – Teil I

Quelle: lichtkunst.73  / pixelio.de

Quelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

Nachdem ich wie angekündigt in den nächsten Monaten wenig Zeit haben werde, hier längere Artikel zu posten oder zum Thema zweiter Bildungsweg Aktuelles zu recherchieren, möchte ich dennoch wieder ein bisschen Leben in die Community bringen :-).

Daher dachte ich mir, was wir alle brauchen und was unabhängig von aktuellen Diskursen ist, ist Motivation. Aus diesem Grund hatte ich – ich glaube in 2010 – eine Umfrage online gestellt. Leider musste ich feststellen, dass ich nicht mehr auf die Bearbeitungsseite der Umfrage komme, die ging wohl beim „Crash“ mit verloren :-/ … ich habe den Umfragelink daher zunächst entfernt.

Dennoch haben damals so viele teilgenommen und die Umfrage ausgefüllt, dass ich künftig eine „Wiederholung“ der Motivationsgeschichten veröffentlichen werde – und heute

starte ich damit als kleine Montags-Aufmunterung. Und es wäre doch spannend, wenn vielleicht der – oder diejenige, die das damals erzählt haben, sich wiedererkennen? Vielleicht sogar updaten möchten (gerne auch per mail an mich, falls anonymisiert gewünscht)?

Viel Spaß beim Lesen und vor allem beim Generieren Eurer eigenen Erfolgs-Biografie!

 

Wiederholung der Erfolgs-Biografien – Teil I

V., männlich

Hier meine Lern-Biographie:

1976 habe ich wegen einer Lehrstelle eine Gesamtschule mit Hauptschulabschluss bei Realschultendenz verlassen. Karriereaussichten und -interessen hatte ich dort nicht, so waren meine Weiterbildungsanstrengungen ganz auf persönliche Ziele ausgerichtet. Ich habe immer viel gelesen, mein Englisch gepflegt, gelegentlich einen  Sprachurlaub gemacht, irgendwann mal an der VHS Französisch gelernt, welcher Kurs aber mangels Teilnehmerzahl eingestellt wurde.

Mit der Zeit kam ich so langsam zu der Erkenntnis, dass offizielle Abschlüsse doch sehr viel mehr bedeuten als nur ein Stück Papier, dass bei meiner autodidaktischen Bildung Grundlagen und echte Perspektiven fehlen. So habe ich mich entschlossen, im Alter von 40 noch mal mit dem Abitur zu beginnen um danach Geschichte studieren zu können. Vor dem Beginn stellte ich mir als motivierendes Fernziel das zukünftige Studienprogramm an der Fernuni zusammen, mit Hauptfach Geschichte und den Nebenfächern Politk und Literatur. Der einzige mögliche Weg für mich war ein Fernstudium, die freie Zeiteinteilung, Wahl des Ortes, überhaupt das völllig selbstbestimmte Lernen empfand ich als geradezu ideal. Nach viereinhalb Jahren mit vielem Lernen nach einem harten Arbeitstag hatte ich dann mein Externen-Abitur mit 2,4 in der Tasche. Keine schlechte Leistung bei 8 Prüfungsfächern, Prüfern, die man vorher nie gesehen hat und einer Durchfallquote von mehr als 50%.

Leider gab es  inzwischen  den Bologna-Prozess und an der Fernuni als Teil-historischen Studiengang nur noch die Kulturwissenschaften. Da mich vor allem die politische Geschichte und das Funktionieren von Herrschaft und Gesellschaft interessiert hatten, da Politik sowieso mindestens Nebenfach gewesen wäre, entschied ich mich für den Bachelor Poltik.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Studiengang, der mir hochinteressante Perspektiven eröffnete.  Inzwischen habe ich einen Einstieg in die politische Bildung gefunden und stehe  zwei Module und eine Abschlussarbeit vor meinem ersten akademischen Grad. Wenn ich meinen bisherigen Notenschnitt halbwegs bei den restlichen Prüfungen halten kann, werde ich ein Bachelor mit der Berechtigung zum Masterstudium sein. Ja, und dass ist mein nächstes Ziel: der Master-Studiengang „Europäische Moderne“ mit historischer Schwerpunktbildung. Nur werde ich einen Gang zurückschalten, nicht mehr 3 Module in zwei Semestern abhaken, sondern ganz in Teilzeit diesen Abschluss anstreben.

Ich bin auch mit der interdisziplären Ausrichtung des Bachelor-Studiengangs sehr zufrieden, allerdings halte ich ihn für etwas kurz geraten. Es gibt ein paar Sachen, die für mich bei meinem Erkenntisinteresse zum Studium dazugehören und die ich für mein letztes Semester dazu belegt habe und nach der letzten Prüfung dann freiwillig ohne Prüfungsleistung studieren werde, u.a. ein historischer Kurs „Nationalsozialismus“ in der Länge eines ganzen Moduls. Mich hatte schon immer interessiert, wie dieses System überhaupt funktionieren konnte, außerdem passt es zu der Tätigkeit in der politischen Bildung, die ich inzwischen mache, auch zu meinem Interesse, wissenschaftlich begründet darüber schreiben zu können. Dazu habe ich noch ein paar literaturwissenschafltiche  Kurse aus dem Gebiet „Autorenwerkstatt“. Und wenn ich das dann durch habe und eine angemessene Lernpause gemacht habe, geht’s weiter mit dem Master.

Das ich danach noch nicht mit Lernen fertig bin, versteht sich von selbst. Ich glaube ans Lebenslange lernen.

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